Viereths Bürgermeisterin Regina Wohlpart und Oberhaids Bürgtermeister Carsten Joneitis sind rundum zufrieden mit dem zum Tag des offenen Denkmals (So, 9. September) umgesetzten Kellerzweiklang. „Bis Freitag war das hier auf dem neuen Dorfplatz noch wie in einem Wimmelbild“ sagte Bürgermeisterin Wohlpart bei der Begrüßung und bedankte sich, dass so viele mit angepackt haben, damit rechtzeitig zum Sonntag alles fertig wird. Bürgermeister Joneitis erinnert sich noch gut an die viele Arbeit, die in der Kellergasse in Unterhaid steckt und zeigte sich überzeugt, dass beide Ortschaften von der zum Tag des offenen Denkmals begonnenen Zusammenarbeit profitieren werden.


Bevor dann der Bergbräukeller und der Rathauskeller geöffnet wurden, bedankten sich auch Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner und Thomas Gunzelmann vom Landesamt für Denkmalpflege für das Engagement der Gemeinden und ihrer Bürgerinnen und Bürger. „Denn“, so Emmi Zeulner, „der Erhalt des kulturellen Erbes muss mehr umfassen als Burgen, Schlösser und Kirchen.“ Darum setzt sie sich besonders dafür ein, dass der Erhalt und die Sanierung des Erbes der bürgerlichen Kultur in den Ortschaften gefördert wird. Thomas Gunzelmann lobte das vorbildliche Engagement der beiden Gemeinden bei der Sanierung ihrer überregional bedeutsamen Kelleranlagen und erklärte, dass sich der Tag des offenen Denkmals seit 1993 zur größten Kulturveranstaltung in Deutschland mit mehreren Millionen Besuchern entwickelt habe.
Die Schlange der Interessierten, die dann die Keller besichtigten wollten, war dann auch entsprechend lang. Volkskundlerin Barbara Spies hatte zuvor oberirdisch die wichtigsten Daten zur Geschichte des ehemaligen Brauereikellers und der ersten kommunalen Wasserversorgung in Viereth erläutert. Unter Tage konnten dann Gruppen von knapp 30 Personen die Anlage erkunden und erfuhren von Barbara Spies, warum die Keller so wichtig für das fränkische Bier waren: die gleichbleibende Temperatur von 8-9°C bot beste Bedingungen für das Reifen und Lagern des untergärgien Bieres. Alle waren von der Größe und der Inszenierung unter Tage sehr angetan. Die Löschgruppe Weiher und die Reservistenkameradschaft Viereth sorgten mit Weißwürsten, Knacker, Brezen und Getränken dafür, dass über Tage eine stimmungsvolle Atmosphäre herrschte. Einige Kinder nutzten das Bastelangebot von iso e. V. und verwandelten Klopapierrollen in phantasievolle Fledermäuse.
Um 13 Uhr startete die vom Flussparadies Franken angebotene Wanderung durch das Maintal von Viereth nach Unterhaid, also vom Naturraum des Steigerwaldes in die Haßberge. Auf der kinderwagentauglichen Strecke waren unter den fast 60 Personen einige Kinderwägen und ein Laufrad dabei. Mit Begeisterung suchten die Kinder nach den „Fledermäusen“ am Wegesrand: ausgedruckte Umrisse der verschiedenen heimischen Fledermausarten wie Mopsfledermaus, Großes Mausohr oder Zwergfledermaus waren hinter Dachrinnen, im Gebüsch oder an Bäumen versteckt. „Viele Fledermausarten benötigen alte, große Bäume mit Asthöhlen oder abstehender Rinde, hinter der sie sich im Sommer tagsüber verstecken können“ erklärte Anne Schmitt vom Flussparadies Franken auf der Exkursion.
Die Wanderung führte entlang des Naturschutzgebietes der Mainaltwasser bei Viereth, das mit seinen Wiesen und Auwaldresten Teil des europäischen Natura-2000-Netzwerkes ist. Vom ursprünglichen Mainverlauf blieb nach dem Ausbau im 20. Jahrhundert nur ein Rest übrig. Wie überall am Main hat der Bau der Staustufe die Landschaft und den Fluss völlig verändert. Die Fische können den Main bis heute nicht mehr vollständig durchwandern. Der Müll, der zwischen den Wasserlinsen im Altarm trieb zeigte deutlich, wie wichtig der stetige Einsatz für die Bedeutung der Flüsse als Lebensader der Natur ist.
In der Kellergasse Unterhaid begrüßte Landrat Johann Kalb die über 60köpfige Wandergruppe und überreichte Urkunden für die Teilnahme am Tag des offenen Denkmals an Bürgermeisterin Wohlpart und Bürgermeister Joneitis. „Es sei ein genialer Einfall gewesen, die beiden Kelleranlagen in dieser Form zu verbinden“ so Kalb. Er bedankte sich für das Engagement bei allen Beteiligten, vor allem auch bei seinen Mitarbeitern im Landratsamt, die sich unermüdlich für die Denkmäler im Landkreis einsetzen.
Danach war erstmal Brotzeit und Einkehr auf dem Gambrinus-Keller angesagt. Barbara Spies erzählte zum Abschluss kurzweilig die Geschichte der Unterhaider Kellergasse und des Hopfenanbaus in der Region und lud zur Besichtigung des Grünen Klassenzimmers im Fledermauskeller ein. Denn die Bierkeller sind mit ihrer gleichbleibenden Temperatur und Luftfeuchte ideale Winterquartiere für die Fledermäuse. Wer sich traute, konnte die von der Decke hängenden Säckchen der Höhlenspinne bestaunen.
Zum Abschluss ließen es sich Regina Wohlpart und Carsten Joneitis nicht nehmen, sich von der DLRG eine Fledermaus ins Gesicht schminken zu lassen. Für die Zukunft wollen beide Gemeinden die mainübergreifende Zusammenarbeit des „Kellerzweiklangs“ weiter ausbauen und sind sich einig: Dieser Kellerzweiklang zum Tag des offenen Denkmals war ein gelungener Auftakt.

Anne Schmitt

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